Fernwartung kostenlos: wo die Gratis-Tarife wirklich enden
Fast jedes Werkzeug für Fernzugriff wirbt mit einer kostenlosen Variante. Der Unterschied liegt nicht im Preis, sondern in der Bedingung dahinter: privat gratis, gewerblich kostenpflichtig ist etwas völlig anderes als gratis ohne Unterscheidung. Diese Seite sortiert, welches Werkzeug in welche Kategorie fällt — und woran du eine Sperre erkennst, bevor sie mitten in einer Sitzung zuschlägt.
Was „kostenlos" bei welchem Werkzeug heißt
| Werkzeug | Privat | Gewerblich | Der Haken |
|---|---|---|---|
| Auffi | Kostenlos | Kostenlos | Keiner — AGPL-3.0, keine Unterscheidung |
| RustDesk | Kostenlos | Kostenlos | App auf beiden Seiten nötig |
| TeamViewer | Kostenlos | Lizenz nötig | Gewerbliche Nutzung wird erkannt, Sitzung endet |
| AnyDesk | Kostenlos | Lizenz nötig | Gewerbliche Nutzung wird erkannt |
| Chrome Remote Desktop | Kostenlos | Kostenlos | Google-Konto auf beiden Seiten, US-Server |
| Microsoft Quick Assist | Kostenlos | Kostenlos | Nur Windows-zu-Windows, Microsoft-Konto |
| Zoho Assist | Gratis-Einstieg | Begrenzt | Gerätezahl und Funktionen gedeckelt |
Stand: August 2026
Die Falle: wenn Gratis plötzlich gewerblich heißt
Der häufigste Bruch mit kostenloser Fernwartung passiert nicht beim Bezahlen, sondern mitten in der Arbeit: Die Sitzung wird nach ein paar Minuten getrennt, ein Hinweis auf gewerbliche Nutzung erscheint. Ausgelöst wird das nicht durch eine Rechnung, sondern durch Verhaltensmuster — viele verschiedene Zielgeräte, Zugriffe zu Bürozeiten, Firmen-Netzwerke im Hintergrund.
Unangenehm daran ist die Unschärfe. Wer ehrenamtlich im Verein hilft oder nebenbei die Rechner der Familie betreut, kann in dieselbe Erkennung laufen. Ein Widerspruch ist möglich, dauert aber — und die Sitzung ist trotzdem beendet. Was dagegen hilft, steht im Detail unter TeamViewer kommerzielle Nutzung.
Woran du erkennst, dass kostenlos auch kostenlos bleibt
- Die Lizenz statt der Preisseite lesen. Steht das Werkzeug unter AGPL, GPL oder Apache, kann die Nutzung nicht nachträglich auf privat begrenzt werden.
- Nach einer Gerätegrenze suchen. Gratis-Tarife kommerzieller Anbieter decken oft nur eine Handvoll Endgeräte ab.
- Prüfen, ob beide Seiten ein Konto brauchen. Kontopflicht ist keine Gebühr, aber eine Bindung — und für einmalige Hilfe eine echte Hürde.
- Fragen, ob Self-Hosting erlaubt ist. Wer den Dienst selbst betreiben darf, ist von der Preispolitik eines Anbieters unabhängig.
Der ehrlichste Test ist die Frage, was passiert, wenn der Anbieter morgen die Preise ändert. Bei einem quelloffenen Werkzeug mit Self-Hosting-Option ist die Antwort: nichts, du betreibst weiter deine eigene Instanz. Bei einem Gratis-Tarif ist die Antwort: du verhandelst nicht mit, du wirst informiert.
Auffi: Fernwartung kostenlos ohne Kleingedrucktes
Auffi ist unter der AGPL-3.0 quelloffen und macht keinen Unterschied zwischen privater und gewerblicher Nutzung. Es gibt keine Sitzungsdauer-Begrenzung, keine Geräteobergrenze und keine Erkennung gewerblicher Muster — technisch ist gar nicht vorgesehen, eine Sitzung aus Lizenzgründen zu beenden.
- Die helfende Person öffnet nur die Website und tippt einen 9-stelligen Code — keine Installation, kein Konto.
- Server in Deutschland, jede Übertragung mit DTLS-SRTP verschlüsselt.
- Wer unabhängig sein will, hostet Auffi dank AGPL komplett selbst.
Getragen wird der Betrieb über Spenden. Wenn dir das Werkzeug hilft, hilft ein Kaffee beim Serverbetrieb — Pflicht ist er nicht.
Kostenlos für wen? Drei typische Fälle
Familie und Nachbarschaft. Rein privat, klar unkritisch — hier bleibt praktisch jedes Werkzeug im Gratis-Rahmen. Der Unterschied liegt nur in der Hürde: Wer der Person am anderen Ende erst eine Installation erklären muss, verliert mehr Zeit als die eigentliche Hilfe kostet.
Verein und Ehrenamt. Der heikelste Fall. Formal nicht gewerblich, im Verhalten aber kaum davon zu unterscheiden: viele verschiedene Geräte, oft tagsüber. Genau dieses Muster löst die Erkennung aus. Wer regelmäßig für einen Verein hilft, fährt mit einem Werkzeug ohne diese Unterscheidung deutlich ruhiger.
Selbstständige und kleine Betriebe. Eindeutig gewerblich — bei TeamViewer und AnyDesk ist eine Lizenz fällig, sobald die Nutzung erkannt wird. Wer das nicht zahlen will oder kann, braucht ein Werkzeug, das gewerbliche Nutzung von vornherein einschließt statt sie zu ahnden.
Häufige Fragen
Welche Fernwartung ist auch gewerblich kostenlos?
Auffi und RustDesk sind beide unter der AGPL-3.0 quelloffen und machen keinen Unterschied zwischen privater und gewerblicher Nutzung. Bei TeamViewer und AnyDesk endet die kostenlose Nutzung dagegen genau dort, wo Geld verdient wird — sie erkennen gewerbliche Muster und verlangen dann eine Lizenz.
Warum wird meine kostenlose Sitzung nach kurzer Zeit getrennt?
Das ist meist keine Störung, sondern die Erkennung gewerblicher Nutzung. Verbindungen zu vielen unterschiedlichen Geräten, Zugriff während der Arbeitszeit oder Firmen-Domains im Netzwerk gelten als Indiz. Die Sitzung wird dann nach wenigen Minuten beendet und ein Lizenzhinweis eingeblendet.
Ist kostenlose Fernwartung sicher?
Der Preis sagt nichts über die Sicherheit. Entscheidend sind Transportverschlüsselung, wie lange ein Zugangscode gültig ist, ob jede Verbindung aktiv bestätigt werden muss und ob der Quellcode prüfbar ist. Ein kostenloses, quelloffenes Werkzeug ist prüfbar; ein bezahltes proprietäres nicht.
Was bedeutet kostenlos bei Open-Source-Werkzeugen?
Dass keine Lizenzgebühr anfällt und du die Software zusätzlich selbst betreiben darfst. Es bedeutet nicht, dass der Betrieb nichts kostet: Wer selbst hostet, zahlt Server und Zeit. Der öffentliche Dienst von Auffi ist für die Nutzung kostenlos und wird über Spenden getragen.
Wo ist bei kostenlosen Tarifen typischerweise der Haken?
Meist an einer von vier Stellen: die gewerbliche Nutzung ist ausgeschlossen, die Zahl der verwaltbaren Geräte ist gedeckelt, es helfen nur einzelne Techniker gleichzeitig, oder eine Kontopflicht bindet beide Seiten an einen Anbieter. Lohnenswert ist der Blick auf diese vier Punkte, bevor ein Werkzeug im Alltag ankommt.
Jetzt ausprobieren
Bildschirm teilen — Code eingeben & verbinden · Sharer herunterladen · Fernwartungssoftware im Vergleich · Fernwartung Open Source